Herr Pfr. Denho Bulut ist 1941 in Mizah (Mizizah) Türkei geboren.

Seine Eltern Semun und Misriye, aus der Familie genannt "Denho“. 

Er hat nur eine Schwester, alle anderen Geschwister starben infolge von Krankheiten (Infektionen).

Mit etwa Sieben Jahren besuchte er die aramäische Schule (Madraschto) in Mizizah. Sein Lehrer war Eliyo aus Beth Sbirin. 

1950 erkrankte Denho Bulut schwer, so daß der Arzt und die Verwandten jede Hoffnung auf eine Wiedergenesung aufgaben. Man glaubte, er würde seinen bereits verstorbenen Geschwistern folgen. Doch hier passierte etwas womit niemand gerechnet hatte, sein Vater hatte noch die Hoffnung nicht aufgegeben und glaubte fest daran, dass er wieder gesund würde. Als dies eintraf, sprach man von einem Wunder. Daraufhin versprach sein Vater ihn nur noch der Kirche zu widmen und so nahm alles seinen weg.

Die erste öffentliche Grundschule wurde von den Behörden in Mizizah 1951 gegründet. Er gehörte zu den ersten Schülern die diese Schule besuchten. Währenddessen besuchte er fortlaufend die „Madraschto“ inzwischen mit einem Sprachlehre Hanna Seven.

Nach dem Besuch der Grundschule half er zuhause aus. Doch sein Hauptinteresse galt immer nur der Kirche und der Madrasse. Die wurde von seinem Vater fortwährend unterstützt, was nicht üblich war zu dieser Zeit.

1964 bis 1966 leistete er seinen Pflichtwehrdienst in der Türkei.

Ab 1970 leitete er als Sprach- und Religionslehrer die aramäische Schule (Madrasse) von Mizizah.

1977 wurde er zum Diakon von Erzbischof Jakob von Midyat ernannt.

1980 wurde er vom Erzbischof Afrem zum Priester für die Kirche Mor Yuhanun in Mizizah geweiht. Er löste damit Pfarrer Gevriye/Gabriel Araz ab, der in den Ruhestand ging.

Er begleitete weiterhin auch als Priester die „Madraschto“ von Mizizah.

Durch die politischen Unruhen in Ostanatolien der Türkei folgte er der Auswanderungswelle der meisten Syrisch- Orthodoxen Christen aus Tur Abdin.

Er emigrierte im Dezember 1992 nach Deutschland (Gütersloh) wo sich seine Kinder aufhielten.

Ab 1993 führte er sein Priesteramt in der Syrisch-orthodoxen Kirchengemeinde St. Augin in Harsewinkel fort. Hier nahm er auch wieder seine Tätigkeit als Sprach- und Religionslehrer auf und sorgte für einen regelmäßigen Sprachunterricht.

Am 31. September 1993 sollte Pfarrer Denho Bulut, seine Ehefrau Have sowie ihr Sohn Benjamin in die Türkei abgeschoben werden, mit einer spektakulären Aktion wurde die Abschiebung in die Türkei verhindert.

Die Familie Bulut wurde gegen 4.30 Uhr morgens von der Polizei aus ihrer Wohnung in der Nordstraße 10 abge­holt und in einem Bulli nach Düsseldorf gebracht, wo um 13 Uhr das Flugzeug in Richtung Istanbul starten sollte.

Die Nachricht von der Abschiebung erreichte Pastor Martin Liebschwager von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in aller Herrgottsfrühe: Sofort machte er sich auf den Weg auf Dammanns Hof, wo sich schon eine breite Bewegung gegen die Abschiebung formierte: Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche, der Sozialdienste sowie der Gemeinwesenarbeit suchten gemeinsam nach Wegen, wie der Vollzug ausser Kraft gesetzt werden könnte.

Sogar der Münsteraner Weihbischof und das Düsseldorfer Innenministerium wurden eingeschaltet. Ein Bielefelder in Asylfragen erfahrener Rechtsanwalt, der eine Klage beim Verwaltungsgericht Münster und einen Antrag auf einstweilige Verfügung zur sofortigen Aussetzung des Abschie­bebeschlusses einreichte, erreichte schließlich den ersehnten Aufschub.

Rund 150 Demonstranten protestierten vor und im Rathaus gegen die unnachgiebige Haltung der Ausländer-Behörde viele von ihnen Kinder, die an diesem Tag nicht zur Schule gegangen waren. Später ging die Protestaktion in Wiedenbrück weiter, wo das Gespräch mit dem Oberkreisdi­rektor gesucht wurde. OKD Günter Kozlowski schaltete sich unmittelbar in die Verhandlungen ein und drängte ebenfalls auf einer Überprüfung der Rechtmäßigkeit der Aktion und so konnte in letzter Minute die Abschiebung verhindert werden.

1996 entschloss man sich die Kirchengemeinde mit Pfarrer Denho Bulut für den Bau einer eigenen irche mit einem Gemeindezentrum. Der Gottesdienst wurde bis dahin in der Friedhofskapelle von Harsewinkel überbrückt.

Im August 1998 erfolgte die Einweihung der Syrisch- Orthodoxen Kirche mit dem Gemeindezentrum unter dem Kirchenpatron Mor Augin.

Für Pfr. Denho Bulut und seiner Kirchengemeinde wurde damit ein ehrgeiziges Projekt fertig gestellt, welches nur durch akribische Zusammenarbeit aller Verantwortlichen zustande kam.

Wie Jeder Mensch der von Schicksalsschlägen nicht verschont bleibt, so auch Pfr. Denho Bulut, dessen Ehefrau Have Bulut infolge schwerer Krankheit 2003 verstarb.

Herr Pfr. Denho Bulut hat acht Kinder, davon sechs Söhne und zwei Töchter die alle in seiner unmittelbaren Nähe leben. Sein Vater ist am 08.07.2006 im Alter von 104 Jahren verstorben.

Pfr. Denho Bulut:

„So wie Gott mir einst nach meiner fast unüberwindbaren Krankheit, das leben zurück schenkte, so möchte ich auch im vertrauen auf Gott und seinem Beistand meine Funktion als Priester und Religionslehrer mit aller Kraft nachgehen.“